Im Gespräch – 120 sind´s bestimmt

Ob haftend, besonders verschleißfest oder beständig gegen große Hitze. Das Portfolio der Anforderungen an Beschichtungen ist riesig, sodass das Angebot entsprechend umfangreich ist. INOMETA ist heute ein Spezialist in der Veredelung und Beschichtung rotationssymmetrischer Körper wie Walzen oder Rohre. Ein Titel, den wir uns hart erarbeitet haben und an dem viele unserer Kollegen ihren Anteil haben. Für unser 40 Jahre Special haben wir zwei Experten getroffen, um ein wenig über Beschichtungen und ihre Historie zu sprechen. Markus Krecht und Stephan Palenga über die Anfänge, die stetige Entwicklung und heutigen Herausforderungen in der Welt der technischen Beschichtungen.

Guten Tag zusammen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, um ihre Erfahrungen mit uns zu teilen und einen Einblick in die Welt der Beschichtungen zu geben. Ehe wir ins Heute einsteigen, starten wir ganz am Anfang. Herr Krecht, Sie sind 1999 als Facharbeiter für den damals neuen Geschäftsbereich angeworben worden. Erzählen Sie doch ein wenig darüber, wie das zustande kam.

Das ist richtig. Ich bin 1999 als Beschichter bei INOMETA eingestiegen. Wobei es damals noch gar nicht viel zu beschichten gab. Denn weder Technik noch Know-how waren vorhanden. Zunächst einmal wurden wir 18 Monate lang geschult, damit wir überhaupt wussten, was wir zu tun hatten. Es gibt so viele Anforderungen an eine Walzenbeschichtung: Schichtdicken und -aufbau, Spannungsverläufe, Hafteigenschaften, Beschichtungstemperaturen, Quellverhalten, Korrosion, um nur einige zu nennen. Heute kennen wir das alles, doch damals betraten wir Neuland.
Es gab damals also noch gar keine Technik, um Walzen zu beschichten?
Richtig. Die Arbeiten liefen damals auf einem Maximum, die Anlage in unseren Produktionshallen zu installieren. Damals war das übrigens die größte Beschichtungsanlage ihrer Art weltweit. Ich muss gestehen, ein wenig Respekt hatten wir anfangs schon. Schließlich wollten wir von Beginn an abliefern und Fehltritte konnten wir uns als Neuling im Beschichtungsbereich nicht leisten. Das war uns allen klar.

Herr Palenga, während die Kollegen in der Fertigung ihr Know-how aufbauten, hatten Sie die Aufgabe, die neuen Produkte in den Markt zu bringen und Kunden dafür zu begeistern.

Ich erinnere mich gerne an die ersten Gespräche. Sie können sich vorstellen, dass wir ein Produkt zu vertreiben hatten, das es bei uns im Grunde zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Dass es zu diesem Zeitpunkt bereits einen großen Markt für beschichtete Walzen gab, stand außer Frage. Die starke Nachfrage deutete uns ja bereits im Vorfeld den Weg. Doch zu diesem Zeitpunkt waren uns die Herausforderungen noch gar nicht im Detail bekannt.

Stephan Palenga – INOMETA
Stephan Palenga
Markus Krecht – INOMETA
Markus Krecht

Von welchen Herausforderungen ist genau die Rede?

Bei unseren Kunden rannten wir durch eine offene Tür und präsentierten uns als Löser vieler Probleme. Unser Produktportfolio war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch sehr klein, unsere Erfahrung ebenfalls, sodass wir ganz schön ins Schwitzen kamen und längst nicht für jede Kundenanfrage die passende Antwort parat hatten. Die Anforderungen an den Warenbahntransport sind vielfältig: Haft- und Antihaft, isolierend und leitend, Oberflächentopografien, Spiralen, Reibwerte und viele weitere Parameter. Mit der Zeit fanden wir für alles eine Antwort, das kann ich Ihnen sagen. Doch der Weg dahin war hin und wieder steinig. Der Produktqualität merkte man es am Ende natürlich nicht an, denn das Endresultat war erstklassig und legte den Grundstein für ein riesiges Portfolio innovativer Beschichtungslösungen.

Herr Krecht, können Sie sich noch an einen Meilenstein der Anfangszeit erinnern?

Natürlich gibt es viele Erfolge, die wir gemeinsam mit unserer jungen motivierten Truppe feierten. Alle waren hungrig auf das nächste große Ding, auf den nächsten Meilenstein und freuten sich mächtig, wenn sie ihr erlerntes Wissen in die Tat umsetzen durften und dem Kunden nach vielen Stunden Arbeit ein Produkt ausliefern konnten, das ihm dabei half, seinen Wettbewerbsvorsprung auszubauen oder seine Produktionsprozesse zu verbessern.

Herr Palenga, welcher Meilenstein steht anderen bei Ihnen besonders voran? Können Sie sich erinnern?

Die Beschichtung von CFK-Walzen. Eine Entwicklung, von der wir auch heute noch sehr stark profitieren. Die Herstellung von CFK-Walzen, -Sleeves oder -Adaptern ist das eine, doch die Beschichtung dieser Komponenten eine ganz andere. Diese Technologie-Kombination ist einzigartig. Natürlich sind wir darauf sehr stolz und entwickeln uns in diesem Bereich täglich weiter. Heute schauen wir auf ein Portfolio von ungefähr 120 verschiedenen Oberflächenbeschichtungen, von denen alle im eigenen Hause entwickelt worden sind.

Die Anforderung an funktionale Beschichtungen sind stark ansteigend. Dank unserer hohen Anpassungsfähigkeit werden wir auch zukünftig ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden bleiben. Unser Experte Herr Christian Steffens ist bei uns für die Entwicklung und Produktion verantwortlich und beschäftigt sich intensiv mit neuen Technologien. Er arbeitet dazu sehr eng mit Instituten sowie Herstellern der Anlagentechnik und Spritzzusatzwerkstoffen zusammen. Herr Steffens und sein Team sorgen dafür, dass wir auch zukünftig Technologieführer bleiben!


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